Bewässerungssysteme im Garten

Von der Kanne zum Computer

 
Sommerliche Temperaturen lassen nicht nur Menschen dürsten, auch Blumen und Pflanzen reagieren auf heiße und trockene Wetterperioden. Die Pflanzen wachsen nicht, sie leiden sichtlich unter Hitzestress und können sogar irreparable Schäden nehmen ... und Gartenbesitzer, die das verhindern wollen, kommen garantiert ins Schwitzen. Denn Sie müssen - wenn die Sonne heiß vom Himmel scheint - manchmal mehrmals täglich wassergefüllte Kannen durch die Rabatten schleppen und regelmäßig Schläuche ausrollen, um Gehölze, Rasen und Blumenbeete zu wässern.
Kannenschleppen ade Wer gezielt gießt, kann die Pflanzen direkt versorgen und verliert weniger Wasser durch Verdunstung, doch das Gießen mit der Hand ist ein mühseliges Unterfangen, besonders, wenn viele Pflanzen durstig sind. Für Gartenbesitzer, die beruflich eingespannt sind und wenig Zeit haben, aber auch für alle, die ihren Garten lieber genießen möchten, als in ihm zu arbeiten, gibt es daher Entlastung in Form von mechanischen und elektronischen Bewässerungshelfern. Bevor allerdings der erste Tropfen auf trockene Pflanzenwurzeln trifft, bedarf es einer exakten Planung. Sie ist unbedingte Voraussetzung für eine optimale Bewässerung und den perfekten Pflanzenwuchs. Professionelle Hilfe und Unterstützung bieten die Landschaftsgärtner. Ob man eine komfortable und kontinuierliche Bewässerung im Garten möchte oder „nur" während der Urlaubszeit in den heißen Sommermonaten seine Pflanzen gut versorgt wissen will, die Experten für Garten und Landschaft wissen Rat und sie stehen auch bei der Realisierung mit fachlichem Know-how und den entsprechenden Maschinen und Geräten zur Verfügung. „Dabei ist einiges zu beachten, denn ein Garten hat viele verschiedene Bereiche, in denen Gehölze, Staudenrabatten oder auch der Rasen ganz unterschiedlichen Wasserbedarf haben. Bevor man daher eine automatische Gartenbewässerung praktisch in die Tat umsetzt, sollte detailliert geplant werden", erläutert Walter Prell, Landschaftsgärtner aus Pettstadt. „Wir schauen unter anderem genau, wo der Wasseranschluss ist, welche Gartenbereiche versorgt werden sollen und welche nicht." Auch in einen bereits eingewachsenen Garten lässt sich eine automatische Bewässerungsanlage einbauen. Viele Gartenbesitzer fürchten allerdings nachträgliches Aufgraben ihres bestehenden Gartens. „Da kann ich beruhigen. Fachleute können – ohne Schäden zu verursachen – vorsichtig Gräben ziehen und die notwendigen Rohre und Materialien verlegen. Mit Hilfe von automatischen Regnersteuergeräten lässt sich dann bequem bestimmen, an welchen Tagen bewässert wird oder um welche Uhrzeit die Bewässerung beginnen soll und auch wie lange jeder einzelne zu bewässernde Bereich im Garten das Nass erhält." Es lassen sich auch Regensensoren in die automatische Beregnung einbauen, die automatisch erkennen, wann genügend Feuchtigkeit vorhanden ist und dann die nächste Beregnungsrunde überspringen. Mit optimaler Planung und Steuerung ist der Wasserverlust geringer - sinnvoll ist es z.B. in den frühen Morgenstunden zu wässern, weil dann die Verluste durch Verdunstung wesentlich niedriger sind. 

Steter Tropfen    

Weil jeder Garten eine andere Bewässerung benötigt, gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen Systemen. Eine Unterflurbewässerung mit netzartig auf dem Boden verlegten Tropfschläuchen ist beispielsweise besonders gut für die Bewässerung von Stauden- und großen Pflanzflächen geeignet.
Tropfbewässerungen sind ideal für eingewachsene Beete. Die Wasserzufuhr wird genau platziert und auch die Ausflusskapazität - also die Tröpfchenabgabe - kann so gesteuert werden, dass kein Wasser verschwendet wird. Ob versenkbare Regneranlagen, Sprüh-, Kreis- oder Viereckregner, kluge Bewässerungssysteme gibt es für jeden Gartentyp. Die Häufigkeit der Bewässerung hängt dabei von den einzelnen Pflanzenarten und ihrem Standort im Garten ab, aber auch von der Bodenbeschaffenheit und dem Klima. „Weniger oft, dafür aber gründlich und durchdringend wässern," rät Walter Prell. „Denn bei häufigem und oberflächlichem Gießen werden von den Pflanzen keine tiefreichenden Wurzeln ausgebildet und die Pflanzen können sich nicht mit Wasser aus tieferen Bodenschichten versorgen." Neuer Rasen muss in der Wachstumsphase regelmäßig feucht gehalten werden. Im Frühjahr gepflanzte oder umgesetzte Gehölze benötigen ausreichend Wasser und sollten im ersten Sommer häufiger gewässert werden, damit sich ihr Wurzelwerk gut entwickeln kann. Aber auch ältere, längst etablierte Pflanzungen können in extremen Hitzeperioden - wie es sie im Zuge des Klimawandels verstärkt geben soll - Wassergaben benötigen.
 
Tipp: Bei trockenem Wetter ist es trotz leichtem Sommerregen sinnvoll, zu beregnen: Denn die nur kurze „Dusche" von oben reicht oft nicht aus, macht aber den trockenen Boden aufnahmebereit für die gründliche Bewässerung aus der Regneranlage.